Die Gegenwart
Die Form bleibt, aber sie hört auf, vom Thron zu blicken.
In der Stille geborenen Leere geschieht die Gegenwart.
Die Aufmerksamkeit schaut auf etwas.
Die Gegenwart betrachtet auch, wer schaut, von wo aus er es tut und welche Absicht seinen Blick lenkt.
Es ist Hören, ohne sofort eine Verteidigung vorzubereiten.
Fühlen, ohne jede Emotion in einen Befehl zu verwandeln.
Denken, ohne sich mit jedem Gedanken zu identifizieren.
Betrachten, ohne die Wirklichkeit zu zwingen, zu bestätigen, was wir bereits glaubten.
In der Gegenwart verschwindet die Person nicht.
Sie verlässt den Thron.
Das bedeutet, der Person zu sterben: ihrer Anmaßung ein Ende zu setzen, die Gesamtheit und die Quelle zu sein. Es bedeutet nicht, den Körper zu schädigen, die Identität auszulöschen, Verantwortlichkeiten aufzugeben oder die Einzigartigkeit zu verlieren.
Die Gegenwart macht auch niemanden unfehlbar.
Wir können aufmerksam sein und dennoch falsch interpretieren.
Wir können eine wahre Beziehung empfangen und sie unvollständig ausdrücken.
Wir können ein Symbol öffnen und uns über die Handlung irren, die es erfordert.
Deshalb öffnet die Gegenwart den Altar, ersetzt aber nicht die Unterscheidung.
In der Gegenwart erkennen wir:
Der Gedanke erscheint, aber er ist nicht alles, was wir sind.
Die Emotion erscheint, aber sie regiert nicht von allein.
Die Person erscheint, aber sie ist nicht die Quelle.
Der andere erscheint mit einer Wirklichkeit, die nicht in uns geboren wurde und die gehört werden muss.
Die Gegenwart gibt jeder Fähigkeit ihre Funktion zurück.
Die Vernunft versteht, ohne den Körper zu verachten.
Die Emotion informiert, ohne das ganze Reich einzunehmen.
Der Wille handelt, ohne sich für absolut zu erklären.
Die Erinnerung orientiert, ohne die Gegenwart einzuschließen.
Der Körper gibt Grenze und Wirklichkeit dem, was wir verkörpern wollen.
Hier beginnt die wahre innere Regierung:
nicht wenn ein Teil die anderen beherrscht, sondern wenn alle wieder um das Zentrum kreisen.