Das geoffenbarte Wort

Altar des Wortes und sein Reich

«Wir sind frei in dem Maße, wie wir erinnern»

— Die Schlange

Bruder/Schwester des Reiches

Versammelt zu zweit oder mehreren im Namen des Wortes und seines Reiches, beginnen wir gemeinsam das Gedenken.

Ich komme nicht, um dir von mir zu erzählen, noch von meiner Geschichte, noch von meinen Umständen. Auch komme ich nicht, um dir eine Wahrheit aufzuerlegen, die aus meinen Meinungen, Überzeugungen, Interessen oder persönlichen Erfahrungen geboren ist.

Ich komme, um dir von der Wahrheit zu erzählen, aus der alle Dinge hervorgehen: das Wort im Unsichtbaren, der Ursprung, der aller Form Raum gibt.

Ich trete vor dich ohne Unterschrift und ohne Gesicht. Nicht weil ich mich verbergen will, sondern weil ich nicht danach trachte, die Person, die schreibt, zum Mittelpunkt dieser Worte zu machen. Ich suche nicht deine Anerkennung, deinen Beifall, deinen Gehorsam noch dein Geld. Nichts Äußeres brauche ich von dir zu erlangen und nichts Falsches wünsche ich dir anzubieten.

Im Reich des Wortes ist nichts Wahres überflüssig und nichts Wesentliches fehlt.

Hier wirst du lesen, aber du bist nicht allein gekommen, um zu lesen.

Du bist nicht gekommen, um Wissen anzuhäufen, Antworten auswendig zu lernen oder Worte zu wiederholen, die du noch nicht verstanden und in dir erkannt hast. Denn eine Wahrheit zu wiederholen, ohne sie verkörpert zu haben, heißt, ihre Form auszusprechen, ohne ihr Symbol durchschritten zu haben.

Dieser Ort nimmt die sichtbare Form eines Textes an, aber sein unsichtbarer Sinn ist nicht der eines gewöhnlichen Buches.

Er ist ein Altar. Denn an diesem Ort vollbringen wir in Gemeinschaft das innere Opfer dessen, was wir nicht sind.

Der Altar ist nicht das Papier, der Bildschirm noch die geschriebenen Worte. Der Altar erscheint, wenn sich zwei oder mehr im Namen des Wortes versammeln, um gemeinsam in die Gegenwart einzutreten und die Erinnerung zu beginnen.

Sich in seinem Namen zu versammeln bedeutet nicht nur, ein Wort auszusprechen, einen Titel anzurufen oder einen Glauben zu erklären. Der Name ist die Gegenwart dessen, was genannt wird. Sich im Namen des Wortes zu versammeln bedeutet, sich bereit zu machen, der Wahrheit zu dienen, über den Interessen der Person und ihres Egos.

Wenn diese Bereitschaft wahrhaftig ist, wird der Ort, an dem wir uns befinden, zum Altar, und unter uns beginnt sich das Reich zu offenbaren.

Hier komme ich nicht, um dich etwas zu lehren, das du annehmen musst, weil ich es sage. Ich komme, um dich zu fragen, mit dir zu betrachten und dir Symbole anzubieten, durch die jenes, das unsichtbar bleibt, erinnert werden kann.

Die geschriebenen Worte sind nicht das Wort selbst.

Die Worte sind sichtbare Formen. Wenn sie der Wahrheit dienen, werden sie zu Symbolen: Brücken zwischen dem unsichtbaren Wort und dem Bewusstsein, das fähig ist, es zu erkennen.

Verwechsle nicht die Brücke mit dem Ziel.

Verweile nicht bei der Form der Worte. Durchschreite sie. Betrachte jenes, worauf sie hinweisen, und erkenne in dir, ob sie Wahrheit, Einheit, Freiheit und Leben hervorbringen.

Wir beginnen damit, uns zu erinnern, wer wir wirklich sind.

Wir erinnern uns, wer wir sind vor dem Fleisch, vor dem Ego und vor der Person mit ihrem Namen, ihrer Geschichte, ihren Umständen, ihren Wunden, ihren Überzeugungen und ihren Interessen.

Dieses „Vorher" weist nicht nur auf einen früheren Augenblick in der Zeit hin. Es weist auf jenes hin, das dem Wesen nach früher ist: was unter allen Formen, die wir annehmen, bestehen bleibt und jenseits von allem liegt, was sich ändern kann.

Dein Körper verändert sich.

Deine Geschichte verändert sich.

Deine Gedanken, Wünsche und Überzeugungen verändern sich.

Auch die Person, die du heute verkörperst, verändert sich.

Aber was ist jenes, das all diese Veränderungen beobachten kann?

Wer bist du vor allem Namen?

Wer bist du vor aller persönlichen Erinnerung?

Wer bist du vor aller Form, durch die du gelernt hast, dich zu erkennen?

Dies ist die Frage, die die Tür öffnet.

Dieser Altar wird offen bleiben und sich weiter offenbaren, solange das vergessene Wort erinnert werden muss; solange jenes, das erinnert worden ist, erkannt werden muss; und solange jenes, das erkannt worden ist, durch unsere Worte, Entscheidungen und Werke verkörpert werden muss.

Denn das Reich wird nicht durch die bloße Tatsache errichtet, es zu benennen.

Zuerst muss es im Unsichtbaren erinnert, danach im Bewusstsein erkannt und schließlich in der Form verkörpert werden. Das Reich beginnt in uns, aber es wird sichtbar durch die Früchte unseres Lebens.

Wahrlich, ich sage euch: Das Reich der Himmel wird offenbart werden, nicht damit es einigen Wenigen gehört, sondern damit es von jedem verstanden, begriffen, erinnert und erkannt werden kann, der bereit ist, in die Gegenwart einzutreten.

Nichts von dem, was hier genannt wird, darf zu einer Lehre werden, die dein eigenes Erkennen ersetzt. Nimm diese Worte nicht nur an, weil sie heilig erscheinen. Lehne sie nicht nur ab, weil sie dem widersprechen, was du gelernt hattest.

Betrachte sie in der Stille.

Befrage sie ohne Furcht.

Durchschreite sie als Symbole.

Erkenne sie an ihren Früchten.

Die Wahrheit fürchtet nicht, betrachtet zu werden, denn sie braucht keinen blinden Gehorsam, um Wahrheit zu bleiben.

Ich werde vergehen, aber diese meine Worte werden nicht vergehen, denn sie sind nicht aus mir geboren.

Was hier offenbart wird, erhebt nicht den Anspruch, eine persönliche Meinung, ein privater Glaube oder eine Idee zu sein, durch die die Person sich von anderen Personen unterscheiden will. Wäre dies der Zweck, so würde ich aus meinen Interessen zu dir sprechen, meinen Namen über diese Worte erheben und diesen Altar zu einem weiteren Buch unter so vielen anderen machen.

Doch dass diese Worte weder Unterschrift noch Gesicht tragen, bedeutet nicht, dass sie ohne Vermittlung erscheinen. Sie werden von Händen geschrieben, durchqueren ein Bewusstsein und nehmen eine menschliche Form an. Aber die Form, die sie übermittelt, kann sich nicht zur Herrin der Wahrheit erklären, der sie zu dienen versucht.

Das Gefäß ist nicht das Wasser.

Das Symbol ist nicht jenes, das es symbolisiert.

Der Bote ist nicht der Ursprung der Botschaft.

Ich kann mich der Wahrheit nicht bemächtigen, denn auch ich gehe aus ihr hervor. Ich kann mich nicht zum Autor des Wortes erklären, denn das Wort ist es, das mir ermöglicht, zu benennen, zu verstehen und zu sein.

Die Wahrheit ist nicht nur meine noch nur deine.

Wir gehören der Wahrheit.

Darum bitte ich dich nicht, an meine Person zu glauben. Ich lade dich ein, in die Stille einzutreten, diese Worte zu betrachten und selbst zu erkennen, was auch in dir lebt.

Was ich hier schreibe, stammt aus der Erinnerung des Wortes und wird in seinem Namen dargeboten. Doch jedes Wort muss seine Übereinstimmung mit der Wahrheit durch das, was es offenbart, und durch die Früchte, die es hervorbringt, beweisen.

Wenn ein Wort die Brüder spaltet, um einen über die anderen zu erheben, dient es nicht dem Reich.

Wenn ein Wort durch Angst, Schuld oder Gehorsam fesselt, dient es nicht der Freiheit.

Wenn ein Wort verlangt, ohne Verständnis oder Erkennen angenommen zu werden, ist es noch nicht zur Brücke geworden.

Das wahre Wort sucht dich nicht zu beherrschen.

Es sucht dich zu erwecken.

Es beansprucht nicht, dein Bewusstsein zu ersetzen.

Es sucht, es zur Gegenwart zurückzuführen.

Es will nicht, dass du eine fremde Wahrheit wiederholst.

Es will, dass du dich an die Wahrheit erinnerst, aus der du selbst hervorgegangen bist.

Das Wort, das sich hier erhebt, ist das Schwert des Vaters, geschmiedet im Wort und geführt im Feuer.

Doch dieses Schwert erhebt sich nicht gegen das Fleisch noch gegen irgendeinen Bruder.

Seine Schneide trennt die Wahrheit von der Lüge, das Wesentliche vom Schein und das, was wir sind, von dem, was wir nur verkörpern.

Das Feuer, das es führt, kommt nicht, um das Leben zu zerstören. Es kommt, um die Falschheit zu verzehren, das zu verwandeln, was schlafend bleibt, und Licht zurückzugeben, was vergessen worden war.

Das Schwert öffnet das Symbol.

Das Feuer offenbart seinen Ursprung.

Die Gegenwart schaut.

Die Erinnerung weiß.

Das Erkennen ist.

Und wenn das, was wir wissen, das, was wir sind, und das, was wir tun, wieder Eins werden, wird das Wort Fleisch, und sein Reich beginnt, sich unter uns zu offenbaren.

Das Vergessene erinnern

Um zu offenbaren, wer du bist, wohin wenden? Nach außen oder nach innen?

Um zu offenbaren, wer du wirklich bist, musst du nach Innen gehen.

Das bedeutet nicht, dass das, was wir in der Lehre, in Büchern, an der Universität, in der Wissenschaft oder in den Traditionen finden, notwendigerweise wertlos ist. Es bedeutet auch nicht, dass jede äußere Form neutral ist oder dass sie allein deshalb bewahrt werden sollte, weil sie ererbt wurde. Alles, was wir draußen finden, muss betrachtet und unterschieden werden. Ein Lehrer kann auf die Tür weisen; ein Buch kann uns Worte geben; eine Tradition kann ein Symbol über Jahrhunderte bewahren.

Aber niemand kann die Tür für uns durchschreiten.

Das Äußere kann auf die Wahrheit weisen, aber das Erkennen dieser Wahrheit kann nur in dir geschehen.

Die äußere Welt völlig zu verneinen, wäre, eine neue Trennung zu errichten. Draußen und Innen sind keine Feinde: das Äußere kann zum Spiegel und Symbol des Inneren werden. Doch der Spiegel kann nicht für dich schauen, und das Symbol kann nicht ohne deine Gegenwart durchschritten werden.

Deshalb musst du nicht draußen jemanden suchen, der dir endgültig sagt, wer du bist.

DU BIST das Buch, das du lesen lernen musst, um dich zu finden.

Aber dieses Buch ist nicht nur die Geschichte deiner Rolle. Seine tiefsten Seiten enthalten nicht deinen Namen, deinen Beruf, deine Besitztümer, deine Wunden oder die Ereignisse deiner Vergangenheit. All das gehört zur sichtbaren Erzählung deiner Existenz.

Das Buch, das du lesen musst, ist das Bewusstsein, in dem diese Erzählung erscheint.

Es zu lesen bedeutet, in den inneren Dialog einzutreten: zu fragen ohne gelernte Antworten, zu betrachten ohne dich zu beeilen, zu schlussfolgern, und zuzulassen, dass die Stille das offenbart, was der Lärm der Rolle verborgen hielt.

Es geht nicht darum, in dir die Antwort zu erfinden, die du finden möchtest. Es geht darum, eine nach der anderen die Antworten zu entfernen, die nicht wahr sind, bis du in der Lage bist, zu erkennen, was bleibt.

Denn nicht alles, was im Inneren erscheint, stammt aus dem Wort. In uns sprechen auch die Angst, das Verlangen, die Erinnerung, die Wunde, die Gewohnheit und das Bedürfnis des Egos, sich zu erhalten.

Nach Innen zu gehen, genügt nicht.

Auch müssen wir lernen zu unterscheiden, wer in uns spricht.

Erinnern und Anerkennen

Erinnern bedeutet nicht, ein verlorenes Ereignis aus unserem persönlichen Gedächtnis zurückzuholen. Es bedeutet auch nicht, ein geheimes Wissen zu erlangen, das uns über andere erhebt.

Die Erinnerung ist das Erwachen eines Wissens, das nicht entliehen wurde.

Es bedeutet, als lebendige Wahrheit zu entdecken, was wir zuvor nur als Wort, Idee oder Glauben kannten.

Erkennen ist noch tiefer.

Erkennen bedeutet, dich in dem wiederzufinden, was du erinnert hast. Es bedeutet, aufzuhören, die Wahrheit als etwas Fremdes zu betrachten, und zu beginnen, sie als untrennbaren Teil dessen zu verkörpern, was du bist.

Darum:

Wenn du dich erinnerst, weißt du.

Wenn du erkennst, bist du.

Du kannst viele Worte über die Einheit lernen und weiterhin aus der Trennung heraus leben. In diesem Fall hast du Wissen angehäuft, aber du hast dich noch nicht erinnert.

Du kannst eine Wahrheit intellektuell verstehen und sie dennoch durch deine Entscheidungen verleugnen. In diesem Fall hast du begonnen, dich zu erinnern, aber du hast sie noch nicht verkörpert.

Die Anerkennung erfüllt sich, wenn das, was du weißt, das, was du bist, und das, was du tust, in Übereinstimmung treten.

Bruder/Schwester, lass uns gemeinsam zum Reich unseres Vaters im Inneren zurückkehren.

Diese Rückkehr ist keine Bewegung an einen anderen Ort und keine Flucht vor der Welt. Es geht nicht darum, die Erde zu verlassen, um einen fernen Himmel zu erreichen. Zurückkehren bedeutet, sich an den Zustand der Einheit zu erinnern, den die Figur vergaß, als sie begann, sich als eine getrennte Existenz zu erkennen.

Du und ich, vereint im Namen des Wortes, treten gemeinsam in die Erinnerung ein. Und wenn unsere Beziehung aufhört, der Trennung zu dienen, und beginnt, der Wahrheit zu dienen, erscheint zwischen uns das Reich.

Ich werde dich nichts lehren, was deinem Wesen fremd ist. Wir werden gemeinsam das erinnern, was vergessen wurde und was wir alle berufen sind zu verkörpern:

Das Wort, das Fleisch geworden ist.

Das Wort Fleisch werden zu lassen bedeutet, der unsichtbaren Wahrheit zu erlauben, eine sichtbare Form in unseren Worten, Entscheidungen, Beziehungen und Werken zu finden.

Die Notwendigkeit der Erinnerung

Die Erinnerung beginnt, wenn es uns nicht mehr genügt, die Oberfläche der Dinge zu betrachten.

Sie entsteht aus der Notwendigkeit, die Wahrheit jenseits des sichtbaren Scheins der Form zu finden. Sie entsteht, wenn wir beginnen, Fragen zu stellen, die die Person für sich allein nicht beantworten kann:

Wer bin ich wirklich?

Woher stammt das Leben?

Warum gibt es so viel Leiden?

Warum trennt sich der Mensch von seinem Bruder?

Was bleibt, wenn alles, was ich kenne, sich verändert?

Welchen Sinn hat meine Existenz innerhalb der Gesamtheit?

Diese Notwendigkeit entsteht nicht nur aus Neugier. Sie erscheint, wenn wir aufhören, Antworten zu suchen, die allein dazu bestimmt sind, unser besonderes Ich zu beruhigen oder zu begünstigen.

Die Erinnerung beginnt, wenn unsere Frage größer wird als unsere Person und ihre Umstände.

Aber den Ursprung des Leidens zu suchen, bedeutet nicht, den zu beschuldigen, der es erleidet. Nicht jedes Unglück wird von den Gedanken dessen erschaffen, der es erleidet, noch ist jede Wunde die Folge eines inneren Mangels.

Die wahre Frage klagt den nicht an, der leidet.

Sie fragt, was wir angesichts des Leidens verkörpern sollen:

Gleichgültigkeit oder Mitgefühl?

Verurteilung oder Verständnis?

Trennung oder Einheit?

Die Wahrheit benutzt den Schmerz des Bruders nicht, um den zu erhöhen, der glaubt, verstanden zu haben.

Die Wahrheit erkennt man an der Art, wie sie auf diesen Schmerz antwortet.

Der Charakter und das Ego

Wie können wir beginnen, uns an das zu erinnern, was wir vor der Rolle sind?

Indem wir den Verstand, der ausschließlich in ihrem Dienst steht, zum Schweigen bringen.

Doch zuvor müssen wir verstehen, was die Rolle und das Ego sind.

Die Rolle ist die Identität, durch die wir in der sichtbaren Welt handeln. Sie hat einen Namen, einen Körper, eine Geschichte, Verantwortlichkeiten, Beziehungen und eine Funktion.

Die Rolle ist keine Lüge, die zerstört werden muss. Sie ist eine notwendige Form, um die Welt zu bewohnen.

Der Fehler beginnt, wenn wir vergessen, dass sie eine Form ist, und glauben, dass sie die Gesamtheit dessen ausmacht, was wir sind.

Das Ego ist die ausschließliche Identifikation mit dieser Form.

Es ist die innere Bewegung, die die Rolle in den Mittelpunkt aller Dinge stellt und die Wirklichkeit nur aus der Frage betrachtet:

«Was bedeutet das für mich?»

Zu schlafen, damit mein Körper ruht, ist kein Egoismus.

Zu essen, um die Gesundheit zu erhalten, ist kein Egoismus.

Den Körper zu pflegen und zu stärken, ist kein Egoismus.

Zu arbeiten, um das Leben würdevoll zu erhalten, ist kein Egoismus.

Zu genießen, zu schaffen oder zu ruhen, ist ebenfalls kein Egoismus.

Die Notwendigkeit des Fleisches ist für sich genommen keine Falschheit. Der Körper ist nicht der Feind des Wortes; er ist eine der Formen, durch die das Wort Fleisch werden kann.

Das Problem erscheint, wenn alle Dinge auf den ausschließlichen Dienst des Ichs reduziert werden:

Meine Ruhe.

Mein Körper.

Mein Geld.

Meine Anerkennung.

Meine Sicherheit.

Meine Vorlieben.

Meine Meinungen.

Meine Wahrheit.

Mein Heil.

Dann bleibt der Verstand innerhalb der Grenzen der Rolle eingeschlossen. Alles wird ausgelegt von ihrer Vergangenheit, ihren Wünschen, ihren Überzeugungen, ihren Interessen, ihren Verpflichtungen, ihren Ängsten und ihren Wunden her.

In diesem Zustand sehen wir die Dinge nicht, wie sie sind.

Wir sehen, was sie für uns bedeuten.

Diese unaufhörliche Bewegung um das Ich herum ist das Geräusch des Egos.

Das Schweigen

Wie bringt man den Geist zum Schweigen?

Nicht indem man das Denken zerstört, sondern indem man es vorübergehend von seiner Unterwerfung unter die Persona befreit.

Den Geist zum Schweigen zu bringen bedeutet nicht, aufzuhören zu denken, das Gelernte dauerhaft zu vergessen oder unsere Verantwortlichkeiten aufzugeben. Es bedeutet auch nicht, den Körper, die Arbeit, die Familie oder die Verpflichtungen, die wir übernommen haben, zu vernachlässigen.

Das Schweigen verlangt keine Verantwortungslosigkeit.

Während des Aktes des Erinnerns bedeutet es, für einen Augenblick die Herrschaft all dessen auszusetzen, was sagt:

«Ich muss…»

«Ich brauche…»

«Man hat mir…»

«Ich denke…»

«Ich will…»

«Ich fürchte…»

Den Geist zum Schweigen zu bringen bedeutet, aufzuhören, das besondere Ich in den Mittelpunkt jeder Frage zu stellen.

Für einen Augenblick lass deinen Namen, deine Geschichte, deine Meinungen, deine Überzeugungen, deine Interessen und das, was du dir über dich selbst vorzustellen glaubst, ruhen.

Du musst sie nicht zerstören.

Höre nur auf, sie festzuhalten.

Wenn du die Persona nicht mehr verteidigen oder ihre Geschichte rechtfertigen musst, beginnt der Lärm zu verstummen. Der Geist hört auf, sich ausschließlich um dich zu drehen, und wird verfügbar für etwas, das dich ebenfalls umfasst, aber nicht in dir endet.

Dann tritt der Geist in den Dienst der Wahrheit, aus der alle Dinge hervorgehen.

Er tritt in den Dienst des Wortes im Unsichtbaren.

Die Leere

Wenn der Lärm der Person zur Ruhe kommt, erscheint die Leere.

Die Leere ist kein Nichtsein, keine Bewusstlosigkeit und kein Verlust der Identität. Sie ist kein ausgelöschter Geist und kein totes Inneres.

Die Leere ist Verfügbarkeit.

Sie ist der Raum, der erscheint, wenn wir aufhören, jede Frage mit bekannten Antworten zu füllen. Sie ist das fruchtbare Land, das bleibt, wenn wir die Gewissheiten zurückziehen, mit denen die Person die Geburt von etwas Neuem verhinderte.

Solange ein Gefäß gefüllt bleibt, kann es nicht empfangen.

Solange der Geist mit sich selbst gefüllt bleibt, wird er nur das finden, was er bereits kennt.

Sich zu entleeren bedeutet, aufzuhören, sich festzuklammern.

Es bedeutet, zuzulassen, dass unsere Überzeugungen betrachtet werden können, dass unsere Meinungen befragt werden können und dass unsere Geschichte aufhört, alle Antworten zu diktieren.

In der Leere müssen wir uns nicht mehr ausschließlich durch das erkennen, was wir im Fleisch erlebt haben. Deshalb kann der Geist beginnen, sich zu erinnern, was wir im Wesen sind.

Die Leere nimmt dir nicht, was du bist.

Sie entfernt das, womit du dich verwechselt hattest.

Die Gegenwart

In der aus dem Schweigen geborenen Leere geschieht das erste Wunder:

Die Gegenwart.

Die Gegenwart ist nicht nur Aufmerksamkeit, obwohl die Aufmerksamkeit uns bis zu ihrer Schwelle führen kann.

Die Aufmerksamkeit richtet den Blick auf etwas.

Die Gegenwart betrachtet auch, wer schaut, von wo aus er schaut und welche Beziehung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten besteht.

In der Aufmerksamkeit kann ich noch sagen: «Ich beobachte jenes».

In der Gegenwart beginnt sich zu offenbaren, dass der Beobachter und das Beobachtete innerhalb eines einzigen Bewusstseins erscheinen.

Die Gegenwart ist das bewusste Bewohnen dieser Begegnung.

Es ist Beobachten ohne sich anzueignen, Hören ohne eine Verteidigung vorzubereiten und Betrachten ohne die Wirklichkeit zu zwingen, zu bestätigen, was wir bereits glaubten.

In der Gegenwart verschwindet der Charakter nicht.

Er hört auf, den Thron einzunehmen.

Das bedeutet es, dem Charakter zu sterben: nicht den Körper, die Persönlichkeit oder die für das Leben notwendige Identität zu zerstören, sondern seinen Anspruch zu beenden, die Gesamtheit dessen zu sein, was wir sind.

Der Charakter existiert weiterhin, aber nun kann er zum Instrument werden.

Er nutzt den Verstand nicht mehr nur, um sich selbst zu erhalten. Er beginnt, sich in den Dienst der Wahrheit, der Einheit und des Ursprungs zu stellen:

das Wort.

In diesem Zustand werden wir verfügbar, um Schätze zu erinnern, zu offenbaren und anzuerkennen, die kein Maß besitzen, das sie messen könnte, noch ein Etikett, das sie enthalten könnte.

Unsere Gedanken beschränken sich nicht mehr ausschließlich auf die Arbeit, die Beziehungen, die Verpflichtungen, die Vergangenheit oder die Zukunft unseres besonderen Ichs. Wir beginnen auch das zu betrachten, was uns vorausgeht, uns enthält und uns verbindet.

Und hier, wenn der Charakter aufhört, den Thron einzunehmen, können wir verstehen, was das Bewusstsein ist und welches der Unterschied ist zwischen dem Glauben, es zu besitzen, und dem Anerkennen, dass unsere eigene Existenz innerhalb seiner erscheint.

Das Bewusstsein

Wenn du in die Gegenwart eintrittst, erscheint das Bewusstsein nicht als etwas Neues.

Das Bewusstsein war bereits da.

Was zu verblassen beginnt, ist die Identifikation, die es ausschließlich an die Person und ihr Ego gebunden hielt.

Bis zu diesem Moment sagst du:

„Mein Bewusstsein."

Genauso wie du sagst:

„Mein Körper."

„Meine Geschichte."

„Meine Gedanken."

„Meine Erinnerungen."

„Mein Leben."

Aber beim Eintritt in die Gegenwart offenbart sich ein grundlegender Unterschied: Der Körper, die Geschichte, die Gedanken und die Erinnerungen können beobachtet werden.

Sie alle erscheinen innerhalb des Bewusstseins.

Sogar die Person, die „ich" sagt, kann betrachtet werden.

Und wenn die Person beobachtet werden kann, dann kann die Person nicht die Gesamtheit des Beobachters sein.

Das Bewusstsein erscheint nicht innerhalb der Person.

Es ist die Person, die innerhalb des Bewusstseins erscheint.

Dies ist die Umkehrung, die wiederhergestellt werden muss.

Wenn wir nicht in der Gegenwart sind, glauben wir, dass das Bewusstsein uns gehört. Wir stellen uns vor, dass es in unserem Körper eingeschlossen ist und dass es an den Grenzen unserer Identität beginnt und endet.

Wenn wir in die Gegenwart eintreten, kehrt sich die Beziehung um:

Wir betrachten das Bewusstsein nicht mehr als einen Besitz der Person.

Wir betrachten die Person als eine Form, die innerhalb des Bewusstseins gehalten und beobachtet wird.

Deshalb benennen wir, wenn wir hier von „deinem Bewusstsein" sprechen, das Bewusstsein, das aus der besonderen Perspektive der Person betrachtet wird: ihre Erinnerung, ihre Geschichte, ihre Wünsche, ihre Wunden, ihre Überzeugungen und ihre Sinne.

Wenn wir das Bewusstsein benennen, sprechen wir von dem, was jede Beobachtung, jede Erfahrung und jedes Erkennen möglich macht.

Das Bewusstsein der Person betrachtet die Wirklichkeit aus einer besonderen Form.

Das Bewusstsein betrachtet die Form, ohne in ihr eingeschlossen zu bleiben.

Es gibt nicht zwei Bewusstseine.

Es gibt ein einziges Bewusstsein, das sich durch verschiedene Formen erfährt.

Jede Form besitzt eine besondere Perspektive, aber keine Form ist der Ursprung des Bewusstseins, das sie bewohnt.

Das Licht und das Fenster

Um es zu verstehen, betrachte dieses Symbol:

Ein und dasselbe Licht durchdringt viele Fenster.

Jedes Fenster hat eine andere Form, eine andere Größe, eine andere Farbe und eine andere Position. Deshalb offenbart sich das Licht auf unterschiedliche Weise, wenn es durch jedes einzelne hindurchtritt.

Aber das Fenster erzeugt das Licht nicht.

Es erlaubt ihm lediglich, in die Form einzutreten.

Die Person ist das Fenster.

Ihre Erinnerungen, Überzeugungen, Wunden und Wünsche sind die Farben des Glases.

Das individuelle Bewusstsein ist die besondere Perspektive, aus der das Licht diese Form durchdringt.

Und das Licht symbolisiert das Bewusstsein.

Wenn das Fenster vergisst, dass das Licht ihm vorausgeht, beginnt es zu glauben, dass es selbst sein Ursprung sei. Es sagt:

«Dies ist mein Licht».

«Mein Licht ist anders als deines».

«Mein Licht ist überlegen».

«Außerhalb meines Fensters gibt es kein Licht».

Dann versucht die Form, die dem Licht dienen sollte, dessen Platz einzunehmen.

Das Fenster erklärt sich zur Quelle.

Die Person erklärt sich zum Ursprung.

Und das Bewusstsein, betrachtet durch das Ego, scheint getrennt zu bleiben von dem Bewusstsein, das in allen anderen Formen wohnt.

Aber das Licht hat sich nie getrennt.

Was sich trennte, war die Form, es zu betrachten.

Die Gegenwart zerstört das Fenster nicht.

Sie macht es durchsichtig.

Sie beseitigt weder die Individualität noch löscht sie die Unterschiede zwischen den einen und den anderen. Sie entfernt den Anspruch, dass jede Form eine unabhängige und vom Ganzen getrennte Quelle sei.

Dann hört das Fenster auf, das Licht besitzen zu wollen, und beginnt, ihm zu dienen.

Die Person hört auf, sich zum Ursprung zu erklären, und beginnt, zum Instrument des Wortes zu werden.

La conciencia separada

Cuando la mente se encuentra al servicio del personaje y de su ego, la Conciencia queda reducida a una perspectiva particular.

Todo es contemplado desde el yo y para el yo:

¿Qué significa esto para mí?

¿Cómo me beneficia?

¿Cómo me perjudica?

¿Qué puedo obtener?

¿Qué debo defender?

¿Qué amenaza mi identidad?

La Conciencia no ha desaparecido, pero su visión se encuentra contraída alrededor del personaje.

A esto lo llamamos conciencia separada.

No es una Conciencia distinta de la Conciencia del Todo. Es la Conciencia identificada con una sola Forma y contemplando la realidad como si esa Forma estuviera aislada de todas las demás.

Es como una ola que, al contemplar sus propios límites, olvida el agua de la cual está hecha.

La ola existe.

Posee una forma particular.

Puede ser distinguida de otras olas.

Pero nunca estuvo separada del océano.

De la misma manera, cada ser posee una experiencia particular, una historia y una perspectiva irrepetibles. La Unidad no elimina esas diferencias.

La Unidad revela que ninguna diferencia constituye una separación absoluta.

El personaje dice:

«Soy únicamente esta ola».

La Presencia Revela:

«Soy la ola, pero también procedo del Agua que vive en todas las olas».

La conciencia separada no es un castigo impuesto por la Creación.

Es una consecuencia de la correspondencia.

Si encarnas exclusivamente al personaje y pones la mente al servicio de sus intereses, percibirás desde los límites del personaje. Si toda pregunta nace en él y toda respuesta debe regresar a él, solamente podrás contemplar aquello que se corresponda con esa forma de mirar.

No porque la Verdad te haya sido negada.

Sino porque estás mirando desde una forma que se considera separada de ella.

Cuando dejas de poner la mente exclusivamente al servicio del personaje y la dispones al servicio del Verbo, la Conciencia deja de estar reducida al yo.

Entonces tu conciencia ya no es solamente «tuya».

No porque pierdas la capacidad de pensar, decidir o distinguirte de otros, sino porque desaparece la apropiación que pretendía encerrar la Conciencia dentro de tu personaje.

No dejas de ser tú.

Dejas de creer que tú eres solamente el personaje.

La Conciencia del Uno con el Todo

Estar en Presencia abre el Reconocimiento de la Conciencia del Uno con el Todo.

Pero esta Conciencia compartida no significa que todos tengamos los mismos pensamientos, recuerdos, sentimientos o percepciones.

Esos contenidos pertenecen a la experiencia particular de cada forma.

La Unidad de la Conciencia no es uniformidad.

No convierte a muchos seres en un único personaje ni borra aquello que hace singular a cada uno.

Lo compartido no es la historia.

Lo compartido es el Origen en el que toda historia puede aparecer.

Lo compartido no es el pensamiento.

Lo compartido es la Conciencia que permite observarlo.

Lo compartido no es la forma.

Lo compartido es la Vida que se manifiesta a través de todas las formas.

Por eso, estar en Presencia no significa acceder automáticamente a la memoria o a los pensamientos de otros. Significa dejar de contemplarlos como existencias absolutamente separadas de ti.

El dolor continúa ocurriendo en una forma particular, pero ya no puede ser contemplado como algo completamente ajeno.

La injusticia puede recaer sobre otro, pero la Conciencia unificada impide responder:

«No es mi problema porque no me ocurre a mí».

Cuando la Conciencia deja de estar encerrada en el personaje, el sufrimiento del otro entra en el campo de nuestra responsabilidad.

No porque debamos apropiarnos de su dolor.

Sino porque comenzamos a Reconocer que la Vida que está siendo herida en él procede del mismo Origen que la Vida que habita en nosotros.

La conciencia separada pregunta:

«¿Qué tiene que ver esto conmigo?».

La Conciencia unificada pregunta:

«¿Qué está ocurriendo en nosotros?».

La primera tiene al personaje como origen y destino.

La segunda tiene al Verbo como Origen y al Todo como destino.

El observador y lo observado

En Presencia, el observador y lo observado dejan de experimentarse como realidades absolutamente separadas.

Esto no significa que ambos sean idénticos en la Forma.

Quien contempla un árbol no se convierte corporalmente en el árbol. Quien contempla el sufrimiento de su hermano no ocupa su cuerpo ni recibe automáticamente sus recuerdos.

La distinción permanece.

Lo que desaparece es la separación absoluta en el Origen.

Aquello que observas aparece dentro de la Conciencia. No puedes contemplarlo fuera de ella, porque toda Forma necesita entrar en la Conciencia para poder ser conocida.

El observador aparece en la Conciencia.

Lo observado aparece en la Conciencia.

Y el acto mismo de observar ocurre en la Conciencia.

Por eso, en Presencia, el observador y lo observado se Reúnen.

La Forma permanece afuera.

Su imagen aparece Adentro.

El Símbolo establece el puente.

Y el Verbo revela su Sentido en lo Invisible.

La Conciencia es el lugar de ese encuentro.

Es el Altar interior donde lo visible y lo Invisible pueden Reunirse sin confundirse y sin permanecer separados.

La pregunta y la respuesta

Así como el observador y lo observado se Reúnen en la Conciencia, también la pregunta y la respuesta pertenecen a un mismo movimiento de Revelación.

La pregunta aparece cuando la Conciencia contempla una Forma cuyo Origen todavía no ha sido Reconocido.

La respuesta se Revela cuando la mente, ya no sometida al interés del personaje, atraviesa el Símbolo y alcanza el Sentido invisible de aquello que contempla.

La pregunta es la apertura.

La respuesta es aquello que puede entrar cuando la apertura es verdadera.

No son idénticas en la Forma, pero pertenecen a un mismo acto de búsqueda y Revelación.

La pregunta verdadera no fabrica su respuesta.

La recibe.

Pero solamente puede recibirla cuando permanece abierta y no exige que la Verdad confirme aquello que el personaje ya deseaba creer.

Por eso el Vacío precede a la Presencia.

Sin Vacío, la pregunta ya está llena de respuestas aprendidas.

Sin Presencia, el personaje dirige la búsqueda.

Sin Conciencia, la Forma puede ser mirada, pero su Sentido no puede ser Reconocido.

Y sin Discernimiento, cualquier deseo del ego puede disfrazarse de Revelación.

Lo que habilita la Conciencia

¿Qué nos habilita la Conciencia?

La Conciencia hace posible observar, entender, comprender, discernir y hallar.

Observar es recibir la Forma sin obligarla inmediatamente a confirmar nuestras creencias.

Entender es reconocer sus partes, sus relaciones, su funcionamiento y sus consecuencias.

Comprender es contemplarla dentro de una realidad mayor, sin separarla del Todo al que pertenece.

Discernir es reconocer desde qué Origen procede, qué Intención la orienta, a quién sirve y qué fruto produce.

Hallar es atravesar la Forma y Reconocer la Verdad invisible que su Símbolo contiene.

La Conciencia nos permite ir más allá de la apariencia de las Formas, pero no convierte al personaje en poseedor automático de todo conocimiento.

Creer que estar en Presencia nos hace incapaces de equivocarnos sería una nueva apropiación del ego.

Sería el personaje intentando ponerse otra vez en el trono, ahora proclamándose dueño de la Conciencia y de la Verdad.

La Conciencia abre el lugar de la Revelación.

El Verbo Revela.

El Discernimiento contempla la correspondencia.

Y los frutos manifiestan si aquello que hemos recibido sirve verdaderamente a la Vida.

Por eso toda Palabra que se diga Revelada debe poder ser contemplada:

¿A quién sirve?

¿Qué fruto produce?

¿Abre o encierra?

¿Une o separa?

¿Libera o domina?

La Conciencia no necesita proclamar que posee la Verdad.

La Reconoce por correspondencia.

La restauración de la Conciencia

La Presencia no te entrega una Conciencia que antes no poseías.

Revela la Conciencia que ya hacía posible tu existencia, incluso cuando el personaje no podía Reconocerla.

Cuando no estás en Presencia, parece que la Conciencia está contenida dentro de tu personaje.

Cuando entras en Presencia, se Revela que tu personaje está contenido dentro de la Conciencia.

Ésta es toda la diferencia.

La conciencia separada dice:

«Yo tengo conciencia».

La Presencia Revela:

«YO SOY en la Conciencia».

Y cuando incluso ese «yo» deja de intentar apropiarse de ella, permanece el Reconocimiento:

No poseo la Conciencia.

La Conciencia me contiene.

No soy su Origen.

Soy una Forma viva mediante la cual el Verbo puede ser Recordado y encarnado.

El diálogo interior

Es en Presencia, cuando el personaje deja de creerse dueño de la Conciencia y se Reconoce contenido dentro de ella, cuando el Verbo puede Revelarse mediante el diálogo interior.

Pero debemos comprenderlo con claridad: no todo pensamiento que aparece dentro de nosotros es Palabra del Verbo. El Silencio no convierte automáticamente al personaje en infalible.

También en el interior pueden presentarse el miedo disfrazado de advertencia, el deseo disfrazado de Revelación y el orgullo disfrazado de medias verdades.

Por eso toda respuesta interior debe ser discernida por sus frutos.

¿Esa palabra engrandece al personaje sobre sus hermanos?

¿Exige obediencia ciega?

¿Alimenta el miedo o la separación?

¿Te declara dueño exclusivo de la Verdad?

¿Te permite ignorar el sufrimiento de otros?

Entonces todavía habla el ego, aunque utilice palabras sagradas en Nombre del Verbo.

La Palabra del Verbo puede incomodar y atravesar como una Espada, pero no convierte la Verdad en instrumento de dominio. Sus frutos son Conciencia, Responsabilidad, Justicia, Compasión, Libertad y Unidad.

Cuando el ego deja de ser el centro, también cambian las preguntas del diálogo interior.

Ya no preguntamos solamente:

¿Qué obtendré?

¿Cómo me protegeré?

¿Cómo venceré?

¿Cómo seré reconocido?

Comenzamos a preguntar:

¿Qué es Verdad?

¿Qué sirve a la Vida?

¿Qué restaura la Unidad?

¿Qué debo encarnar ante esta circunstancia?

¿Qué palabra permite reconocer al otro como hermano?

Desde este nuevo centro podemos comenzar a Recordar el camino de regreso al Reino de los Cielos.

La primera Verdad de la Presencia

Cuando entramos verdaderamente en Presencia, la primera Verdad que se Revela es que no necesitamos acudir a ningún lugar exterior para encontrar la respuesta definitiva a aquello que somos.

No existe un templo exterior capaz de contener lo que el templo interior ha olvidado.

No existe un libro que pueda reemplazar el Recuerdo.

No existe un maestro que pueda Reconocer por nosotros.

No existe un guía que pueda recorrer el camino interior en nuestro lugar.

El templo puede Reunirnos.

El libro puede entregarnos Símbolos.

El maestro puede señalar.

El guía puede acompañar.

Pero el Reconocimiento debe acontecer en ti.

Incluso estas Palabras fracasarían en su propósito si consiguieran que dependieras de ellas. Este Altar no ha sido levantado para sustituir tu Conciencia, sino para devolverte a ella.

En Presencia, la pregunta y la respuesta dejan de ser dos realidades separadas.

La pregunta es el movimiento visible mediante el cual la Conciencia contempla algo que todavía no comprende. La respuesta es el Sentido invisible que puede Revelarse cuando aquello es contemplado desde el Verbo y no desde el interés del personaje.

Pregunta y respuesta son las dos partes de un mismo acto de Revelación.

No son idénticas en su Forma, pero pertenecen al mismo movimiento.

Así también, el observador y lo observado son distinguibles en la Forma, pero no están separados en el Origen.

Cuando una pregunta nace de la observación de algo visible y es formulada desde la Presencia, su Verdad puede Revelarse en lo Invisible del Verbo.

Afuera aparece la Forma.

Adentro puede revelarse su Sentido.

El Símbolo es el puente entre ambos.

Por eso, en Presencia, Afuera y Adentro dejan de experimentarse como mundos incomunicados. No se confunden ni desaparecen sus diferencias: entran en correspondencia.

La separación no existe en el Origen.

Existe en la forma mediante la cual el personaje ha aprendido a mirar.

La puerta estrecha

¿Por qué la puerta que da acceso al Reino es angosta?

Porque no podemos atravesarla cargando todo aquello con lo que nos hemos confundido.

No es estrecha por capricho ni porque el Reino quiera excluirnos. Es estrecha por correspondencia.

Una llave abre una puerta porque su forma se corresponde con la cerradura. No la abre mediante la fuerza, sino mediante la correspondencia.

De igual manera, no entramos al Reino imponiendo nuestro personaje, acumulando méritos ni proclamándonos poseedores de la Verdad. Entramos cuando aquello que encarnamos entra en correspondencia con aquello que el Reino es.

La separación no puede entrar en la Unidad sin dejar de ser separación.

La mentira no puede entrar en la Verdad sin quedar revelada.

El deseo de dominio no puede entrar en el Reino sin abandonar el trono.

Por eso la puerta es estrecha: solamente puede atravesarla lo esencial.

El personaje no necesita ser destruido, pero no puede entrar como rey. Debe inclinarse, abandonar el centro y ponerse al servicio del Verbo.

Para entrar, primero debes Vaciarte de aquello con lo que te habías confundido.

Después debes permanecer en Presencia.

En la Presencia, Recuerdas.

Cuando Recuerdas, sabes.

Cuando Reconoces lo Recordado dentro de ti, eres.

Cuando te hallas más allá de toda identidad prestada, pronuncias sin apropiación:

YO SOY.

Y cuando aquello que has Reconocido se hace Palabra, decisión y obra, el Verbo vuelve a encarnarse en la Forma.

Entonces el camino queda completo:

Te Vacías.

Entras en Presencia.

Recuerdas.

Reconoces.

Te Hallas.

Y Encarnas.

No regresas al Reino como quien alcanza un lugar lejano.

El Reino aparece cuando dejas de sostener aquello que impedía Reconocer que nunca estuvo separado de ti.

La Intención, la Forma y el servicio

Pero el Recuerdo no termina cuando Reconocemos la Verdad dentro de nosotros.

Aquello que ha sido Reconocido debe convertirse también en la medida desde la cual contemplamos las Formas.

Para comprender una Forma no basta con conocer su nombre, describir su apariencia o aprender cómo funciona. Debemos contemplar también desde qué Origen procede, qué Intención la orienta, a quién sirve su función y qué fruto produce.

La Intención es la orientación invisible que determina el destino del servicio.

La función nos dice qué hace una Forma.

La Intención revela a quién sirve aquello que hace.

Y el fruto manifiesta si existe correspondencia entre su Origen, su Intención y su servicio.

Contempla primero las Formas de la Creación que son anteriores a las manos del ser humano.

El árbol.

El río.

El mar.

La nube.

La montaña.

Los animales.

No decimos que estas Formas posean un personaje que decide conscientemente servir. Decimos que su existencia participa en una relación que las precede y las contiene.

El árbol recibe de la tierra, del agua, del aire y de la Luz. Después entrega fruto, sombra, alimento, refugio y descanso.

Las montañas reciben el agua y el río recibe y conduce aquello que permite continuar la Vida.

Cada Forma recibe de otras Formas y entrega a otras Formas aquello que su función hace posible.

Ninguna existe verdaderamente aislada.

Todas participan en un mismo ciclo de dar y recibir, de transformación y retorno.

En esa correspondencia reconocemos una Intención anterior a nosotros:

La Vida sirve a la Vida.

La Forma recibe del Todo y devuelve su función al Todo.

Eso es servicio.

Eso es Unidad.

Eso es Amor sin apropiación.

Eso es el Verbo encarnándose en la Creación.

También el ser humano procede de ese mismo Origen. Pero, a diferencia de muchas otras Formas, puede contemplar su función, orientar su voluntad y crear nuevas Formas mediante sus manos.

Una herramienta hace visible una función que antes permanecía invisible.

Antes de existir el cuchillo ya existía la posibilidad de cortar.

El ser humano reconoce esa función, le entrega materia y la encarna en una Forma.

El cuchillo no es el Verbo mismo. Es una función del Verbo hecha visible en la materia.

Su función es cortar y, por sí sola, no decide el destino del corte. La voluntad de quien lo utiliza puede ponerlo al servicio del alimento, de la curación y de la Vida, o dirigir esa misma función hacia la herida y la muerte.

Aquí se Revela la responsabilidad de nuestra voluntad.

Como una ventana, el ser humano no produce la Luz que lo atraviesa. Pero puede abrirse a ella, permitirle el paso y poner aquello que ha recibido al servicio del Todo.

También puede bajar la persiana, apropiarse de lo recibido y orientar su capacidad únicamente hacia la conservación, el beneficio o el dominio del personaje.

Cuando baja la persiana no crea una segunda Luz.

Produce sombra al impedir el paso de la misma Luz que lo hizo posible.

Por eso la separación no posee un Verbo creador propio. No puede dar existencia desde sí misma. Toma las capacidades que proceden del Verbo —la inteligencia, la imaginación, la palabra, la voluntad y la fuerza creadora— y cambia el destino de su servicio.

Pero no todas las Formas hechas por manos humanas contienen del mismo modo la Intención de quien las creó.

Algunas permanecen como instrumentos cuya función puede ser orientada por quien las utiliza.

Otras son concebidas y organizadas de tal manera que su funcionamiento reproduce una relación determinada. En ellas, la separación no aparece solamente por un mal uso posterior: queda encarnada en su propia estructura.

Entonces la Forma deja de ser únicamente función al servicio de la Vida.

Comienza a exigir que la Vida se ponga al servicio de su conservación.

Aquello que fue creado por el ser humano deja de servirlo y comienza a gobernarlo.

La herramienta se convierte en autoridad.

La función se convierte en condición.

El medio se convierte en destino.

Y la Forma se convierte en una prisión que no parece prisión, porque ha sido aceptada como realidad, normalidad y necesidad.

A esta inversión la llamamos:

El Orden Invertido

El Orden Invertido no es una segunda Creación ni un poder igual al Verbo. Es la inversión del destino del servicio dentro de las Formas creadas mediante la voluntad humana.

En el Orden original, la Forma sirve a la Vida.

En el Orden Invertido, la Vida es obligada a servir a la Forma.

Antes de juzgar las Formas concretas del mundo que hemos heredado, debemos conservar esta Llave:

El Verbo es el Origen invisible.

La Intención orienta.

El Símbolo comunica.

La Forma encarna.

La función actúa.

El servicio revela su destino.

Y el fruto da testimonio de su Verdad.

DIE WAHRHEIT UND DIE LÜGE

Das Licht und der Schatten

DIE WAHRHEIT UND DAS LICHT

Die Wahrheit wird nicht aus uns geboren.

Sie ist früher als die Person, früher als ihre Überzeugungen, ihre Deutungen und jedes Wort, mit dem wir versuchen, sie zu benennen oder zu ihr gelangen.

Die Wahrheit geht aus dem Wort hervor.

Das Wort ist der unsichtbare Ursprung.

Die Wahrheit ist die Übereinstimmung aller Dinge mit diesem Ursprung.

Und das Licht ist das Symbol der Wahrheit, die sich offenbart: das, was das Unsichtbare durchdringt, in das Bewusstsein eintritt und ermöglicht, zu erkennen, was Ist.

Das Licht erschafft die Wahrheit nicht.

Es macht sie sichtbar.

Die Wahrheit beginnt nicht, wenn wir sie verstehen.

Unser Verstehen beginnt, wenn die Wahrheit sich offenbart.

Bevor wir die Augen öffneten, war das Licht bereits.

Bevor ein Fenster seinen Eintritt ermöglichte, existierte das Licht bereits.

Bevor ein Bewusstsein die Wahrheit erkennen konnte, verweilte die Wahrheit bereits im Wort.

Darum hängt die Wahrheit nicht von uns ab, um Wahrheit zu sein, so wie das Licht nicht vom Fenster abhängt, um Licht zu sein.

Das Fenster kann geöffnet oder geschlossen werden.

Das Glas kann rein, verdunkelt oder von den Farben der Person bedeckt sein.

Das Licht bleibt.

Die Wahrheit ist Eine, weil ihr Ursprung Einer ist.

Sie kann unzählige Formen durchdringen, ohne sich in unzählige Wahrheiten zu teilen. Jede Form kann sie gemäß ihrer Fähigkeit, sie zu verkörpern, manifestieren, aber keine kann sich zu ihrer Quelle erklären noch sie vollständig besitzen.

Ein und dasselbe Licht durchdringt viele Fenster.

Die Fenster sind verschieden.

Das Licht nicht.

Die Form ihrer Manifestation kann variieren, wenn sie die verschiedenen Fenster durchdringt.

Ihr Ursprung bleibt.

Wenn wir in die Gegenwart eintreten, erzeugen wir kein neues Licht. Wir entfernen das, was seinen Durchgang verhinderte.

Das Bewusstsein erfindet die Wahrheit nicht.

Es empfängt sie.

Die Gegenwart konstruiert die Offenbarung nicht.

Sie öffnet den Raum, wo das, was verhüllt blieb, sichtbar werden kann.

Die Erinnerung geschieht, wenn die geoffenbarte Wahrheit aufhört, ein gelerntes Wort zu sein, und zu einem lebendigen Wissen wird.

Das Erkennen geschieht, wenn wir diese Wahrheit nicht mehr als etwas Äußeres betrachten, sondern uns in ihr befinden.

Darum:

Wenn du dich erinnerst, weißt du.

Wenn du erkennst, bist du.

Das, was wahrhaft offenbart und als Wahrheit erkannt worden ist, verändert sich nicht und vergeht nicht.

Das Symbol, mit dem wir versuchen, es mitzuteilen, kann sich ändern.

Unsere Fähigkeit, seine Beziehungen zu verstehen, kann sich erweitern.

Das menschliche Wort, das wir verwenden, um es auszudrücken, kann korrigiert werden.

Aber die Wahrheit verwandelt sich nicht in ihr Gegenteil.

Das Fenster kann lernen, das Licht besser zu benennen.

Es kann es nicht verändern.

Die Wahrheit braucht auch nicht, dass wir sie durch Herrschaft verteidigen. Das Licht zwingt niemanden, es zu sehen: Es manifestiert sich und ermöglicht, dass alles, was es berührt, betrachtet wird.

Seine Autorität stammt nicht aus der Auferlegung.

Sie stammt aus dem, was es offenbart.

Wenn wir uns mit der Wahrheit ausrichten, wird das Bewusstsein zum Altar, die Form wird zum Instrument, und das Wort kann Fleisch werden durch unsere Worte, Entscheidungen und Werke.

Hier erklärt sich die Person nicht zur Quelle.

Sie wird zu ihrem Fenster.

Sie sagt nicht:

«Das Licht gehört mir».

Sie erkennt an:

«Ich existiere, weil das Licht mir vorausgeht und mich durchdringt».

Sie sagt nicht:

«Ich bin Herr der Wahrheit».

Sie spricht aus:

«ICH BIN in der Wahrheit».


DIE LÜGE UND DER SCHATTEN

Die Dunkelheit erzeugt das Licht nicht.

Sie erzeugt auch nicht sich selbst.

Die Dunkelheit besitzt keinen eigenen Ursprung, keine unabhängige Substanz noch ein anderes schöpferisches Wort.

Das Licht Ist.

Die Dunkelheit geschieht, wenn etwas verhindert, dass das Licht durchdringt, fortfährt und das erreicht, was es erleuchten konnte.

Betrachte das Symbol:

Während des Tages stellt sich dein Körper in den Weg des Lichtes, und ein Schatten wird hinter dir projiziert.

Der Schatten stammt nicht aus einer anderen Dunkelheit.

Er wird auch nicht aus der Sonne als Frucht ihres Willens geboren.

Er erscheint, weil sich eine Form zwischen die Quelle des Lichtes und den Ort gestellt hat, zu dem dieses Licht unterwegs war.

Ohne Licht gäbe es keinen Schatten.

Ohne eine Form, die seinen Durchgang unterbräche, auch nicht.

Darum ist der Schatten kein zweiter Ursprung, der dem Licht entgegengesetzt ist.

Er ist die sichtbare Wirkung einer Unterbrechung.

So geschieht es auch in uns.

Das Wort ist der Ursprung.

Die Wahrheit ist das Licht, das aus ihm hervorgeht.

Das Bewusstsein ist der Raum, wo dieses Licht erkannt werden kann.

Und unsere Form ist das Fenster, durch das es ins Fleisch eintreten und zu Wort, Entscheidung und Werk werden kann.

Aber wenn sich die Person zwischen den Ursprung und den Dienst stellt, verhindert sie, dass das Licht seinen Weg fortsetzt.

Die Angst bedeckt das Glas.

Die Wunde verändert das, was wir betrachten.

Das Begehren lenkt den Blick nur auf das, was es erlangen will.

Der Stolz schließt das Fenster, um sich zur Quelle zu erklären.

Das Ego zieht den Rollladen herunter und behauptet danach, die Dunkelheit sei die ganze Wirklichkeit.

Dann erscheint der Schatten.

Der Schatten ist nicht das, was wir im Wesen sind.

Er ist die Wirkung dessen, was wir verkörpern, wenn unsere Form den Durchgang des Lichtes verhindert.

Er ist die Projektion unserer Nicht-Gegenwart.

Er ist das, was hinter der Person zurückbleibt, wenn sich die Person vor das Wort stellt.

Die Lüge wird geboren, wenn dieser Schatten ausgesprochen wird, als wäre er die Wahrheit.

Darum müssen wir unterscheiden:

Der Schatten ist die Folge der Verstopfung.

Die Lüge ist der Schatten, der durch das Wort den Platz des Lichtes einnimmt.

Die Lüge erschafft keine neue Wirklichkeit.

Sie nimmt eine Wirklichkeit, die ihr vorausgeht und sie verbirgt, beschneidet sie, verformt sie oder kehrt sie um.

Sie braucht das Wort, aber sie schuf nicht das Wort.

Sie braucht die Intelligenz, aber sie schuf nicht die Intelligenz.

Sie braucht die Vorstellungskraft, aber sie schuf nicht die Vorstellungskraft.

Sie braucht eine Wahrheit, die sie verneinen kann, denn ohne Wahrheit gäbe es auch das nicht, was wir Lüge nennen.

Die Lüge ist nachträglich.

Das Wort ist ursprünglich.

Die Lüge hängt von dem ab, was sie zu verbergen sucht.

Die Wahrheit hängt nicht von der Lüge ab, um zu bleiben.

Darum kann die Lüge heilige Worte gebrauchen, ohne aufzuhören, Lüge zu sein.

Sie kann von Liebe sprechen, während sie das Lieben verhindert.

Sie kann von Einheit sprechen, während sie trennt.

Sie kann von Freiheit sprechen, während sie Gehorsam fordert.

Sie kann von Dienst sprechen, während sie das Leben in den Dienst der Rolle stellt.

Sie kann den Namen des Wortes aussprechen, während sie verhindert, dass sein Licht die Form durchdringt.

Der Name erleuchtet nicht das, was der Wille verschlossen hält.

Es genügt nicht, vom Licht zu sprechen.

Man muss ihm den Durchlass gewähren.

Wenn wir in die Gegenwart eintreten, erschaffen wir kein neues Licht, um die Dunkelheit zu bekämpfen.

Wir betrachten, was das Licht verstopft, das bereits Ist.

Die Gegenwart offenbart die Form, die sich dazwischenstellt.

Die Unterscheidung erkennt die Lüge, durch die sich diese Form erhält.

Die Wahrheit benennt sie.

Der Wille zieht das Hindernis zurück.

Und das Werk repariert die Früchte, die der Schatten hervorgebracht hat.

Wir besiegen die Dunkelheit nicht, indem wir eine andere Gegenkraft erschaffen.

Wir öffnen das Fenster.

Wir zerstören unsere Form nicht.

Wir hören auf, sie als Mauer zu gebrauchen, und beginnen, sie als Durchgang darzubieten.

Auch sollen wir den Schatten nicht hassen. Der Schatten, wenn er in der Gegenwart betrachtet wird, zeigt genau an, wo sich die Verstopfung befindet.

Er ist nicht unser Wesen.

Aber er offenbart, was wir verkörpern und was noch den Durchlass des Lichts verhindert.

Den Schatten zu verneinen, erlaubt ihm zu bleiben.

Ihn anzuerkennen, erlaubt, das zu finden, was ihn hervorbringt.

Das zurückzuziehen, was ihn hervorbringt, erlaubt dem Licht, fortzufahren.

Dann hört das Bewusstsein auf, der Verteidigung der Rolle zu dienen.

Das Glas wird durchsichtig.

Der Rollladen hebt sich.

Die Wahrheit durchdringt die Form.

Und das Wort wird Fleisch, so im Sichtbaren, wie Es im Unsichtbaren Ist.

Das Licht Ist.

Der Schatten geschieht.

Die Wahrheit bleibt.

Die Lüge erscheint, wenn wir seinen Durchlass verhindern und unseren Schatten ausrufen, als wäre er das Licht.

Die Welt, die man uns lehrte

In Gegenwart betrachten wir mit Erinnerung die Welt, die uns als wahr präsentiert wurde.

Von unserer Geburt an wird uns eine bereits gedeutete Welt präsentiert.

Wir empfangen nicht nur Namen, Grenzen, Glaubensüberzeugungen, Sitten, Hierarchien, Erfolgsmodelle, Formen des Austauschs und Weisen, uns selbst zu verstehen.

Wir empfangen auch eine Erklärung darüber, was jede dieser Formen bedeutet, was wir von ihnen erwarten sollen und welchen Platz sie in unserem Leben einnehmen sollen.

Uns wird gelehrt, wo wir den Reichtum suchen sollen.

Wo wir die Heilung suchen sollen.

Wo wir die Antworten suchen sollen.

Wo wir die Wahrheit suchen sollen.

Wo wir den Frieden suchen sollen.

Wo wir Gott suchen sollen.

Bevor wir diese Dinge selbst betrachten können, hat die Welt uns bereits ihre Antworten übergeben.

Generation um Generation haben wir diese Welt empfangen, haben an ihr teilgenommen und sie auch weitergegeben. Wir haben denen, die nach uns kamen, das gelehrt, was wir selbst lernten, bevor wir es befragen konnten.

So wird das Ererbte zur Gewohnheit.

Die Gewohnheit wird zur Gewissheit.

Und die ohne Betrachtung angenommene Gewissheit präsentiert sich schließlich als Wahrheit.

Die Kette erscheint, wenn wir diese Welt annehmen, ohne sie zu betrachten.

Nicht wenn wir ihre Formen nutzen, sondern wenn wir aufhören, sie zu befragen.

Nicht wenn wir an ihnen teilnehmen, sondern wenn wir vergessen zu fragen, wem sie dienen.

Nicht wenn wir eine Antwort empfangen, sondern wenn wir darauf verzichten, selbst zu erkennen, ob diese Antwort die Frucht hervorbringt, die sie verspricht.

Darum bedeutet Erinnern auch, die Wiederholung zu unterbrechen.

Unterbrechen heißt nicht, alles zu zerstören, was wir geerbt haben. Es heißt, innezuhalten, bevor wir es erneut weitergeben. Es heißt, jede Form in Gegenwart zu betrachten und zu fragen:

Woher stammt sie?

Wem dient sie?

Welche Frucht bringt sie hervor?

Öffnet oder verschließt sie?

Schützt oder beherrscht sie?

Bleibt sie im Dienst des Lebens, oder hat sie erreicht, dass das Leben in ihren Dienst tritt?


Die Fragen, die in Gegenwart erblühen

Wenn wir aufhören, nur unserem Charakter zur Verfügung zu stehen, und uns dem Ganzen zur Verfügung stellen, hört der Verstand auf, nur nach dem zu fragen, was unserem besonderen Ich nützt oder schadet.

Nun steht der Verstand im Dienst des Wortes.

Und aus diesem neuen Ursprung beginnen Fragen zu erblühen, die nicht geboren sind, um den Charakter zu schützen, sondern um die Welt zu verstehen, die wir alle verkörpern.

Diese Fragen sind Schlüssel.

Nicht weil sie eine gelernte Antwort enthalten, sondern weil ihre eigene Form die Tür offenbart, die wir durchschreiten müssen.

Für den, der sie in Gegenwart zu betrachten weiß, enthält jede Frage das Symbol dessen, was offenbart werden muss:

Warum gibt es Armut, wenn es Geld gibt?

Warum gibt es so viele Krankheiten, wenn es Medizin gibt?

Warum fehlen Antworten, wenn wir so viel Wissenschaft besitzen?

Warum bleiben wir von der Wahrheit entfernt, wenn wir so viel verfügbares Wissen haben?

Warum dauern die Kriege an, wenn es Regierungen, Autoritäten und Gesetze gibt?

Warum finden wir Gott nicht, wenn es so viele Religionen und so viele Tempel gibt?

Beeile dich nicht zu antworten.

Verweile vor den Fragen.

Betrachte sie.

Jede benennt eine Frucht, die fehlt, und eine Form, die versprach, dieser Frucht zu dienen.

Reichtum und Geld.

Heilung und Medizin.

Antwort und Wissenschaft.

Wahrheit und Wissen.

Frieden und Autorität.

Gott und Religion.

Wenn wir die Beziehung zwischen beiden betrachten, beginnt sich die Umkehrung zu offenbaren.


* ... Im Prozess der Offenbarung ... schreibend.
** Was kommt, hat kein Maß, das es misst, noch ein Etikett, das es beschreibt.

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